Chancen für Mehrwert

Eigentumswohnungen. Das Wirtschaftswachstum kurbelt die Nachfrage auf dem Wohnungs- markt an.
Der Neubau bekommt von den rotgrünen Steuergesetzen einen Dämpfer. Folge: Im Westen werden die Preise bald wieder steigen.

Die Baisse auf dem Markt für Ei -
gentumswohnungen nähert sich ihrem Ende. 1999 ist das Jahr der Konsolidierung, wenigstens in Westdeutschland. Besitzer von Eigentumswohnungen können aufatmen, nachdem sie seit 1994 Preisrückgänge von bis zu sechs Prozent pro Jahr hinnehmen mußten - und damit doppelt so stark getroffen wurden wie Eigentümer freistehen
der Einfamilienhäuser. Die Feri-
Fachleute erwarten bis 2005 einen jährlichen Wertzuwachs von fast vier Prozent in Regionen mit dem besten, also niedrigsten Risiko-Rating A+. Bezeichnenderweise Städte

München + 25,90 %



im Westen.
Der Osten muß erst noch die Segnungen der lukrativen Sonderabschreibungen verkraften.

Nach dem Bauboom liegt eine Masse überteuerter Wohnungen wie Blei auf dem Markt. Woran die eingeschränkte Förder -
ung durch Bonn so schnell auch
nichts ändern wird.
Anders die Folgen der Steuerre -
form im Westen. eine Mindeststeuer soll "gutverdienende Abschreibungs
künstler" zur Kasse bitten. Sie dürfen künftig Verluste aus Ver -
mietung und Verpachtung nur noch begrenzt mit anderen Einkünften etwa dem Gehalt, verrechnen. Das trifft vor allem den Neubau. " Die SPD-Pläne verknappen das ohnehin rückläufige Wohnungsangebot
zusätzlich". meint der Kölner
Ökonomleprofessor Johann Eekhoff.





" Damit sorgt RotGrün für steig-
ende Mieten in wenigen Jahren " Was Vermietern von Eigentums -
wohnungen laut Feri mit einer
Zeitverzögerung von zwei Jahren
zugute kommt.

Auch gesellschaftliche Trends
lassen die Renditen klettern:
Mehr Single - Haushalte durch spätere Heirat, häufigere Scheidungen und höhere 
Lebenserwartung garantieren stabile Wertzuwächse, besonders für gut ausgestattete Wohnungen.

Das Forschungsinstitut Feri gibt den Städten und Regionen in allen Immobilienkategorien (hier:
Eigentumswohnungen) Punkte. Diese Punkte resultieren aus einer Fülle von Daten, die für den
Immobilienmarkt relevant sind. Aus den Punktwerten werden Risikoklassen gebildet. Das optimale
Ergebnis, in Rating ein A+, erfordert 90 bis 100 Prozent. Das bedeutet: Das Anlagerisiko in eine
Immobilie dieser Region ist gering. Diese positive Bewertung erhalten Düsseldorf, der Hochtaunus -
kreis und Hannover. Mit hohem Risiko verbunden sind Investionen in mit E- bewerteten Städten
wie Chemnitz und Dresden. Sie erreichen weniger als zehn Punkte.
²
jährliches durchschnittliches Wachstum des Kaufpreises

      Kaufpreis Kaufpreis  
Stadt/Region Rating Punkte je m²/Mark je m²/Mark Steigerung²
      1998 2005  
Düsseldorf A + 100 5700 7390 3,80%
Hochtaunus A + 100 5750 7510 3,90%
Hannover A + 90,3 3210 4170 3,80%
München A 89,3 5740 7420 3,70%
Stuttgart A 89 4890 6000 3,00%
Karlsruhe A 78,3 3630 4450 3,00%
Mainz A 77,5 3530 4270 2,80%
Köln A 77,3 4520 5540 3,00%
Heidelberg A 76,5 4550 5670 3,20%
Wiesbaden A 76,1 5340 6700 3,30%
Frankfurt a.M. A - 69,8 5320 6470 2,80%
Göttingen A - 64,7 3220 3780 2,30%
Hamburg A - 63,3 4210 5170 3,00%
Nürnberg A - 62,6 3520 4320 3,00%
Rosenheim A - 62,5 4530 5320 2,30%
Mannheim A - 59,6 3550 4280 2,70%
Passau B + 58,5 2960 3480 2,30%
Essen B 57,8 3580 4230 2,40%
Augsburg B 57,7 3280 3870 2,40%
Freiburg B 56,5 4520 5220 2,10%
Bamberg B 56,2 3550 4130 2,20%
Kassel B 55,9 3350 3860 2,00%
Koblenz B 55,2 3010 3470 2,00%
Darmstadt B - 54 4540 5260 2,10%
Wuppertal B - 53,9 3410 3900 1,90%
Münster C + 52,6 3510 4030 2,00%
Regensburg C + 52,6 3860 4490 2,20%
Dortmund C 51,3 3160 3650 2,10%
Krefeld C 51 2870 3340 2,20%
Würzburg C 49,9 3910 4400 1,70%
Bremen C 49,5 2900 3270 1,70%
Gießen C 49,2 3680 4170 1,80%
Bonn C - 48 3660 4130 1,70%
Ludwigshafen C - 47,8 3160 3560 1,70%
Bochum D + 45,9 3420 3820 1,60%
Potsdam D 45 4100 4630 1,70%
Ulm D 44,5 3680 4140 1,70%
Osnabrück D 44,4 3120 3420 1,30%
Aachen D 44,1 3200 3560 1,50%
Trier D 43,8 3240 3550 1,30%
Bielefeld D 43,3 3200 3510 1,30%
Kiel D 42,6 3260 3660 1,70%
Lübeck D - 41,1 3240 3600 1,50%
Saarbrücken D - 40,8 2670 3010 1,70%
Berlin E + 38,8 5070 5660 1,60%
Braunschweig E + 37,7 2790 3090 1,50%
Hildesheim E + 37,6 2380 2630 1,50%
Duisburg E + 36,8 3050 3420 1,70%
Oldenburg E + 36,7 2850 3070 1,10%
Kaiserslautern E + 35,8 2410 2600 1,10%
Erfurt E + 34 3560 3720 0,70%
Halle/Saale E + 33,4 3510 3670 0,70%
Magdeburg E 28,7 3610 3800 0,80%
Siegen E 26,8 2860 2970 0,60%
Rostock E 22,8 3510 3670 0,60%
Tübingen E 21,5 4110 4280 0,60%
Schwerin E 12,8 3530 3340 -0,80%
Leipzig E 10,7 4040 3970 -0,30%
Chemnitz E - 2,7 3420 3230 -0,80%
Dresden E - 1 3920 3670 -1,00%

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