Rasche Erholung
Neubauten Am härtesten traf der Abschwung den Neubau. Dafür kommt er beim Auf - schwung aber auch wieder schneller auf die Beine.
Hohe Mietsteigerungen sind schon in naher Zukunft möglich.
Der dramatische Einbruch ist noch in bester Erinnerung: Die Neubaumieten gerieten mit dem Überangebot an neuen Wohnungen ab Mitte der neunziger Jahre bundesweit ins
Trudeln. Sie brachen in West - deutschland seither im Durch - schnitt um 13 % ein. Nur bei Eigentumswohnungen gab es einen ähnlichen Wertverfall.
Die rückläufige Bautätigkeit hat das Angebot nun wieder so sehr verknappt, daß der Tiefpunkt im
Westen 1999 erreicht sein wird.
"Dann dürfte die Erholung der
Mieten nicht lange auf sich warten lassen", meint Feri - Experte Rainer Maurer. Er prognostiziert in den A -
Regionen des Ratings (geringes
Risiko) Steigerungen von bis zu vier Prozent pro Jahr, in den B-Regionen (unterdurch - schnittliches Risiko) immerhin noch durchschnittlich 2,8 Prozent. Zusammen mit der Wertsteigerung des Objekts kann das eine recht ansehn - liche Rendite bringen.
Die verschlechterte steuerliche Förderung des Wohnungsbaus wird sich auch auf die Neubau - mieten auswirken. Wie sehr, hängt davon ab, ob die nach - trägliche Änderung der Ab - schreibungsbedingungen die
Investoren nachhaltig ver - schreckt.
"Die rotgrüne Bundesregierung
hat die Anleger mit der Mindest - besteuerung übers Ohr gehauen",
urteilt der Kölner Ökonomiepro -
fessor Johann Eekhoff. Es dürfen künftig Abschreibungsverluste nicht mehr im selben Umfang wie bisher geltend gemacht werden. Zumindest die privaten Eigentümer kann das von weiteren Engagements abhalten. Die Preiseffekte sind aber offen, weil der Markt für Neubauwohnungen überwiegend von großen Investmentge - sellschaften bestimmt wird. Hier tretten die Steuergesetze vor allem neu in den Markt drängende Investoren mit
hohen Anfangsverlusten.
In Ostdeutschland bleiben die Aussichten für Anleger schlecht, wenn auch etwas besser als beim Altbau.
Viele Familien ziehen aus den
maroden Altbauwohnungen und engen Plattenbausiedlungen in
Neubauviertel.

München, Köln, Stuttgart je besser die wirtschaftlichen Aussichten der Industrie und Dienstleistungsregionen, desto attraktiver sind sie für hochqualifizierte Arbeitskräfte. Davon profitieren die Besitzer von Neubauten. Hauptsächlich gut verdienende Familien mit Kindern ziehen in große Neubauwohnungen. Ab 2000 erwartet Feri einen starken Nachfrageüberhang in diesem Segment, so daß die Mieten kräftig steigen. Sie wachsen aber auch in den schwächeren Rating Regionen B und C um zwei bis drei Prozent im Jahr.

      Mieten je m² Mieten je m²  
Stadt/Region Rating Punkte in Mark /Monat in Mark/Monat Steigerung²
      1998 2005  
München A + 98,5 19,5 25,6 4,00%
Köln A + 94,7 17 22,1 3,80%
Stuttgart A + 90,1 18,2 23,1 3,50%
Hochtaunus A 89,9 19,5 24,6 3,30%
Hannover A 89 15 19,2 3,60%
Düsseldorf A 87,8 18,2 23 3,40%
Darmstadt A 83,7 17,1 21,5 3,30%
Hamburg A 83,3 19 23,8 3,30%
Frankfurt a.M. A 83,3 16,7 21,6 3,70%
Regensburg A 76,8 13 16,4 3,30%
Nürnberg A 76,5 12,8 16,2 3,40%
Wiesbaden A 75,2 16,6 21,6 3,90%
Heidelberg A 70,8 15,9 19,8 3,20%
Essen A - 67,7 15,1 18,4 2,90%
Karlsruhe A - 61,1 12,7 15,7 3,10%
Augsburg B + 58,9 11,7 14,5 3,00%
Bochum B + 58,3 13,2 16 2,80%
Freiburg B + 58,3 16,9 20,4 2,80%
Dortmund B + 58,1 15 17,6 2,30%
Ludwigshafen B 57,5 12,6 15,2 2,70%
Münster B 57 14,9 17,7 2,50%
Wuppertal B 56 14 16,4 2,20%
Bonn B 55,4 15,9 18,7 2,30%
Krefeld B 55,1 13,7 16,7 2,80%
Passau B - 53,8 10,7 13,1 2,90%
Mannheim C + 52,9 13,7 16,5 2,70%
Aachen C + 52,9 14 16,2 2,20%
Rosenheim C + 52,4 13,7 16,5 2,60%
Kassel C + 52,3 13,1 15 2,00%
Göttingen C 51,4 12,7 15,3 2,60%
Bamberg C 49,5 11,7 14,1 2,60%
Saarbrücken C 48,7 13 14,9 1,90%
Braunschweig C - 47,6 13,6 16,3 2,60%
Kaiserslautern C - 46,9 12 13,7 1,90%
Würzburg C - 46,5 13 14,8 1,90%
Bielefeld D + 46,1 13 14,8 1,90%
Gießen D + 45,7 12,6 14,5 2,00%
Lübeck D 44,2 14,9 17 1,90%
Bremen D 43,2 14 15,7 1,70%
Koblenz D 42,5 10,7 12,1 1,70%
Kiel D 42,1 13,7 15,6 1,90%
Ulm D 42,1 12,7 14,2 1,50%
Osnabrück D - 41,4 11,9 13,6 1,80%
Mainz D - 41,4 13,4 15,3 1,90%
Siegen D - 41,1 11,7 13,3 1,90%
Duisburg E + 38,9 12,6 14,2 1,70%
Magdeburg E + 38,4 12,9 14,5 1,70%
Hildesheim E + 35,9 11,6 13 1,60%
Oldenburg E + 35,8 12,9 14,4 1,60%
Chemnitz E + 35,3 12,9 14,4 1,60%
Tübingen E + 34,7 15,6 17,1 1,30%
Halle/Saale E + 32,8 12,6 13,7 1,20%
Rostock E 29,1 13 14,1 1,20%
Erfurt E 28,3 12,5 13,8 1,40%
Trier E 22,8 11,6 13,1 1,70%
Berlin E 21,3 16,5 18,5 1,60%
Leipzig E 19,9 14,7 15 0,20%
Schwerin E 10,9 12,6 11,8 -0,90%
Dresden E - 9,4 13 12,2 -0,90%
Potsdam E - 3 12,3 11,7 -0,80%

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